Life and Death and das Dazwischen
Es gibt viele Möglichkeiten, den Tod zu erlangen. In dieser Zusammenarbeit wurden einige lesend vorgestellt und von der Gitarre metallisiert. Entstanden ist das Hörbuch Todesarten - Stories about Life and Death and das Dazwischen. Ein Text stammt von Djuna Barnes, die anderen von Sibylle Ciarloni. Gelesen von Sibylle Ciarloni, an der Gitarre Ivan Mangia (Bild). Die Tour dieses minimal metal readings im Jahr 2010 führte das Kollektiv u.a. nach Basel, Zürich, Baden, Berlin und Hamburg.
Die CD kann per Mail bestellt werden.
Bild: Corinne Zora Schiess.
Beitragsbild: Sibylle Ciarloni.

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Bild: Sibylle Ciarloni, Freitag Tasche
Philosoph* für einen Tag
In Italien nimmt man die Dinge con filosofia und meint damit eine gewisse oberflächliche Ironie. Dass aber wirklich über Themen nachgedacht werden kann, bedingt, dass man Zeit dafür bekommt oder sie sich nimmt, und dass Nachdenken wertvoll ist und dass man überhaupt nachdenken kann. Unabhängig von Bildung, Stand und anderen Umständen, kann man auch nicht nachdenken wollen. Aber: Wie wäre es, wenn wir Menschen, die von Tagelohn zu Tagelohn leben, für einen Tag zum Nachdenken anstellen? Das haben zwei Künstler aus Zürich getan.
Die tell-review, das Online Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft, hat meinen Essay "Philosoph für einen Tag" über die Zusammenarbeit von David Siepert und Stefan Baltensperger mit Tagelöhnern in China publiziert. Das Buch mit dem Titel "Invisible Philosophy" erschien im Februar 2017 im Zürcher Amsel Verlag. Sprachen: Handschrift + Mandarin + Englisch. Erhältlich ist das Werk im Buchhandel und direkt bei den Künstlern.
Bild: Sieglinde Geisel
Literatur ist anstrengend
"Literatur ist so anstrengend. Schlimm ist es, wenn die Vorleserin nuschelt. Die Geräusche, die das Umdrehen oder Weglegen der Blätter machen, gehen ja noch. Das kommt oft vor. Ich habe selten gute Stimmen gehört. Nur Schauspieler können richtig gut lesen, wobei man auch da aufpassen muss, dass man alles mitbekommt, wenn sie einen ablenken mit Gesten und hochgezogenen Augenbrauen. Oder mit diesem wissenden Lächeln in den Mundwinkeln, bei dem man nicht weiß, ob es jemandem im Publikum gilt oder ob der Schauspieler schon weiß, wie die Geschichte weitergehen wird. Aber klar weiß er das. Aber wir ja nicht.
Apropos Geschichte. Man muss als Autor doch vor allem eine positive Energie rüberbringen wollen. Schöne Geschichten, die einem auch hätten passieren könnten. Trost vielleicht. Dazu auch lustige Wendungen. Nicht immer so weltschwere Dinge. Das nützt ja doch nichts! Und es geht auch nicht, dass man uns einfach seine Gedanken aufdrängt, wo sind wir denn hier?"
Das Gegenüber lacht gepflegt.
"Letzthin fragte ich eine Schriftstellerin, was sie uns mit dem Text überhaupt sagen will. Sie hat meine Frage nicht beantwortet. Es war ein riesiges Durcheinander hinter ihr auf der Bühne und auch auf dem Tisch, an dem sie saß und las. Man könnte doch vorher sagen, wie das alles gemeint ist, auch das Durcheinander sollte man vorher in Ordnung bringen. Man muss doch als Schriftsteller in der Lage sein, klare Ankündigungen zu machen. Darum waren wohl auch nicht so viele Leute da, vielleicht vierzig? Das ist doch peinlich, finden Sie nicht auch? Finden Sie es nicht auch peinlich, dass zu einer Lesung nur vierzig Menschen kommen, wo es doch wichtig wäre, dass die Leute lesen.
Schön ist aber, wenn man diese Schriftsteller, die da zum Lesen kommen, später vielleicht ansprechen, ja sogar anfassen kann. Manchmal kaufe ich auch ein Buch von ihnen, das sie dann signieren. Es kann ja immer sein, dass sie einmal berühmt werden. Haben Sie das auch schon erlebt? Ich habe vor vielen Jahren einmal diesen, der da im Fernsehen über Bücher spricht, jetzt ist mir der Name entfallen..."
Das Gegenüber nickt wissend, murmelt einen Namen, den ich nicht verstehe.
"Ja, der, genau, jedenfalls ging ich dann zu ihm und kaufte ein Buch und ich habe mir in mein Exemplar von ihm eine Unterschrift geben lassen. Und ich gab ihm dann die Hand und er gab mir seine. Und das war wirklich schön für mich, denn ein Jahr später war er wirklich berühmt."
Mitgehört auf einer Zugfahrt. Sinngemäß wiedergegeben.
Beitragsbild irgendwo geklaut: Sibylle Ciarloni.
Lachen statt Weinen
Ein Kind verändert während des Spiels die Spielregeln. Das ist normal bei Kindern.
Ein gelbblonder, für sein Alter schon recht großer Bub spielt im weißen Haus mit Kugelschreibern. Für Tinte hat er keine Zeit und Farbstifte hat er keine mehr. Die hat er im Garten vergraben. Der Bub spielt nur mit Kugelschreibern. Und manchmal mit einem dunkelblonden Mädchen. Es hat ein Gesicht wie ein hübsches Alien. Aber es ist kein Alien und eigentlich will es nicht bei allen Spielen des Buben mitmachen. Es muss nur manchmal. Dann geht es auch barfuß, wenn bei einem Staatsbesuch die schönen Schuhe drücken. Ja, auch wenn das nicht sehr natürlich klingt, dass man als Bub und als Mädchen zusammen auf Staatsbesuch geht. Es ist so. Sie gehen auf Staatsbesuch.
Mit seinen Kugelschreibern unterzeichnet der Bub Papiere auf welchen steht, was er kurz zuvor oder irgendwann in einem anderen Zusammenhang behauptet oder grundsätzlich anders will und womit er mal mehr, mal weniger bewusst im ganzen Land und auch außerhalb des Landes etwas anzettelt. Und es geschieht immer das Gleiche. Es hagelt Proteste und angehobene Daumen.
Der Bub ist mir eher unsympathisch. Sein Treiben kann vier Jahre dauern ODER bis zu einem Unglücksfall ODER es dauert sogar acht Jahre. Aber vielleicht will der Bub auch bleiben. Denn das ist total normal bei Kindern, dass sie die Spielregeln nach ihrer eigenen, unanfechtbaren Logik verändern, auch ganz plötzlich und unerwartet und während des Spiels sogar. Und der Bub wird mit einer seiner bedeutungsschweren Kugelschreibergesten auch diese - seine - neuen Regeln unterzeichnen und dann Daumen hoch und noch eine Amtszeit und noch eine Amtszeit. Werden demokratisch erwirkte Institutionen und in vielen Schritten über Jahrhunderte erarbeitete und verhandelte gemeinsame Werte helfen, ein solches Szenario zu verhindern? Mit dem Wort "demokratisch" meine ich die Beteiligung an der Gestaltung und den Vereinbarungen das Zusammenlebens von Menschen betreffend. Auf sie können jene sich beziehen, die sich in Protestgesten abwenden. Das Gesicht hinter dem Daumen dieses Buben, das nicht alle so gerne sehen wie er selbst, sehen wir trotz einiger Millionen zu weniger Stimmen, aber dank der Wahlregeln des Landes. Es bzw. er wird das Land verändern.
Veränderungen sind Unsterblichkeitsbemühungen der Evolution. Veränderung ist Leben an und für sich. Verändert sich aber Grundlegendes, muss man sich zuerst daran gewöhnen, falls man an der Veränderung nicht wesentlich beteiligt war. Aber manchmal auch dann. Entweder wir gewöhnen uns also an die Frisur und das immer geschürte Mündchen oder wir gewöhnen uns nicht daran. Ich versuche es mal mit der Frisur, so muss ich das Gesicht mit dem Mündchen nicht anschauen. Immer scheint es entzückt zu sein oder an irgendetwas nippen zu wollen. Ich sehe es überall. Aber eine Pause der Aufmerksamkeit gegenüber der Nachrichtenschwemme, aus welcher dieser Bub täglich mit seinem erhobenen Daumen in unsere Leben springt, kommt für mich derzeit nicht infrage. Das kann sich - ich weiß - ändern. Man muss ja nicht immer nur Nachrichten hören, lesen, schauen. Man kann zum Beispiel beim Großverteiler Punkte sammeln oder sich im Kino das Musical La La Land anschauen. Man kann im aktuellen Zeitgeschehen auch nach Mustern in der Vergangenheit suchen und eventuell Angst bekommen. Das Suchen kann lähmen, da es Abbilder von Vergangenheitserfahrung neu rahmt und also zementiert. Das was war, entspricht nie gleich dem heutigen Geschehen, ist ein Heranziehen von unter anderen Motivationen und in anderen Zusammenhängen geschehenen Dingen. Bleiben wir deshalb bei La La Land. Man kann der unlängst in Spiegel Online veröffentlichten Idee, es gäbe einen musterhaften Zusammenhang zwischen dem Erfolg des tröstenden Musical-Genres und der Zeit des Kalten Krieges, der Kubakrise und der Angst vor der Atombombe, zustimmen oder ihr ein ABER entgegensetzen. Zum Beispiel: Aber wir befinden uns nicht mehr im Kalten Krieg.
Beitragsbild: Sibylle Ciarloni.
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(Listed in collaboration with Driver Imelda)
Beitragsbild: Sibylle Ciarloni.
The answer my friend
... is blowin' in the wind. Verrückt sind die Grenzen. Endlich.
Ich sang schon Englisch, als ich noch kein Englisch verstand. Ich sang AC/DC Lieder mit und auch andere. Das imaginäre Mikrofon in der rechten Hand... Und Sarah, eine Freundin, bewunderte mich für meine Englischkenntnisse. Das wusste ich nicht bis zu einem Klassentreffen vor ein paar Jahren. Und nein, ich hatte damals wirklich nicht gewusst, was ich da sang. Das habe ich erst nach den ersten Stunden in Englisch begriffen. In Französisch war mir die Lehrerin zu streng, als dass ich für die Lieder jener Sprache empfänglich gewesen wäre. Das kam erst viel später. Ebenfalls später sang ich Italienisch - mit Eros Ramazzotti. Nicht freiwillig. Der Italienischlehrer zwang uns im Labor mit seinen Liedern zum dolce Textverständnis. Aber, das muss an dieser Stelle gesagt sein: Ich werde nie müde, denjenigen zu danken, die mir neben allen Schriftsteller*innen Zugang zu Sprachen verschafft haben: Meinen Lehrer*innen, meinen Lieben und allen Musikpoet*innen. Wir sind umgeben von Sprache. Sprache ist Musik, Sprache schafft Grenzen, Sprache schafft Verbindung, Sprache ist Politik, Sprache kann mächtig sein. Sprache muss deshalb sorgfältig angewendet werden.
Ich freue mich heute über den Literaturnobelpreis für Bob Dylan. Und dass einmal mehr nicht ausschließlich zwei Buchdeckel darüber entscheiden, was Literatur ist. Das Nobelpreis Komitee hat das Terrain erweitert. Danke.
Beitragsbild = Bild von einem Bild: Sibylle Ciarloni.







