Sie werden alles kaputtmachen

Was liegt auf deinem Desktop? Mit dieser und anderen Fragen stieß Erka Shalari vom Kunstmagazin Les Nouveaux Riches ein Fenster für mich auf. Zur gleichen Zeit wie das Interview fertig wurde, bereitete der russische Zar eine Aggression von unheilbarer Blödheit und Arroganz vor. Nachhaltig ist die Zerstörung, lebenslang die Verstümmelung, über Generationen bleiben Wut und Trauer.

Es schien mir nicht angebracht, dieses Interview auch hier zu veröffentlichen. Ich streute es 1x in einem sogenannten sozialen Medium. Hier übersetzte ich für Soldatinnen und Soldaten in Kriegen die Imagination: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!

In der Zwischenzeit dauert der Krieg Russlands gegen die Ukraine schon mehr als 100 Tage. 100 Tage bedeuten für eine Amtszeit oder Einstellung, dass das scharfe Auge hinschaut, um die Analyse zu führen und die Perspektive zu behaupten. "Sie werden alles kaputtmachen" sagt Marika. Immer wieder sagt sie das. Hoffnungslos.

Was liegt auf meinem Desktop? Es ist nicht relevant. Doch für mich ist es von Bedeutung.

Danke Erka Shalari für das Interview und Les Nouveaux Riches für die Veröffentlichung des Interviews "Sie hat eine Idee von sich".


Videomessage @ Lundäng Film Festival 2022

Short Movie aka Videomessage aka manual "How to draw yourself as a fish" (Deutsch, engl. + ital. Subtitles) was part of the program at Lundäng Film Festival 2022 Sweden.

 


to soldiers in wars

Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.


Monolog einer Zimmerpflanze

Gelesen 2020/2021 im Haus zur Glocke in Steckborn TG Schweiz im Rahmen von "Die Dinge des Alltags und die Kunst", im Neuen Salon der Brotfabrik Berlin, im Atelier der Künstlerin Bettina Diel in Zürich und im Rahmen der Co-Leitung des Workshops "Nature Writing" am Hyperwerk in Basel. 

 

Projektbeschrieb / Saaltext  (überarbeitet 01.2022)

 

Ausgangslage

Zimmerpflanzen wirken positiv auf psychosomatischer Ebene. Zugleich sind sie ein romantischer Gedanke. Sie sind da, um schön zu sein, den Raum zu begrünen und um so die Sehnsucht nach Natur zu nähren und bei vielen Menschen wohl auch zu stillen.

Zu den Hintergründen von «Monolog einer Zimmerpflanze»

Aspekte

1. Gegenwart
Dank der Forschung über das Verhalten von Pflanzen, besonders deren Eingehen von Symbiosen mit Andersartigen und deren Fähigkeit zum Teilen von Ressourcen, kann die Wirkweise aller Lebewesen aufeinander derzeit neu gedacht werden. Gegenwärtig beschriebenen, gelebten und (angenommen) kulturell gewachsenen Daseinsformen, die noch auf die Vergleiche mit Jagen und Sammeln bauen, stellen sich die Beobachtungen aus der Pflanzenwelt friedvoll gegenüber.

2. Multiplikation
Wunder und Paradox zu gleichen Teilen zeigen sich in deren Kapazität, aus dem Fast-Nichts heraus zu leben; aus jenem noch nicht lebenden Samen (Potential) heraus sich zu entwickeln und zu multiplizieren. Pflanzen zeigen, wie sie als Lebewesen sich selbst und ihre Körper wie auch die ungezählter Anderer beleben und nähren können.

3. Versprechen
Jene Zwiebeln, die in den Niederlanden zuerst an einer sogenannten Börse gehandelt wurden, waren schöne Versprechen. An sie zu glauben war eine der Spielregeln mit welchen die organisierten Spekulationen 1637 angefangen haben. Jene virtuellen, künstlich erzeugten, lockenden Inhalte sind Prophezeiungen. Nicht mehr und nicht weniger.

4. Macht
Firmen, die Hybridtechnologie betreiben und 1x fruchtbare Samen herstellen, werben mit 'hohem genetischem Ertragspotential' und 'überlegener Vitalität'. Auch mit 'Ertragsstabilität unter allen Bedingungen'. Was das alles z.B. für die Böden bedeutet, kann die Risikoforschung nicht abschätzen. Und für die Menschen?

5. Wachstum
Vor einigen Jahren im Tram. Hinter mir fragte ein älterer Mann einen jüngeren Mann nach dessen Beruf. Der sagte, ich studiere noch. Aha, sagte der ältere, welche Richtung? Der jüngere sagte: Wirtschaft. Ui, sagte der Ältere und versuchte, ihn zu fragen, wie er es halte mit dem Wachstum, das die Wirtschaft immer vorzeigen wolle, das sei doch vielleicht nicht der richtige Weg, wenn es nach wie vor so viel Krieg gibt und Menschen unter Hunger leiden. Hunger war dann das Keyword für den jüngeren Mann: Genau, deswegen! Wir müssen viel mehr produzieren, um allen Menschen in der Welt Wachstum zu ermöglichen! Wachstum ist Wohlstand!
Dann stieg er aus.

6. Mutanten
Eine Konklusion. Die Samen, die heute verkauft werden, enthalten programmiertes, manipuliertes, mutiertes Leben, ausgelegt auf 1x blühen und 1x geben. Niemand kann sich mehr eine eigene, marktfreie Samenbank anlegen und auf die nächste Pflanzzeit warten. Und kaum eine Pflanze kann mehr, sei sie noch so ‚überlegen vital‘ und ‚mit hohem potentiellem Ertrag‘, ihr eigentliches Dasein leben.

Schade eigentlich?
Schade eigentlich.

Nach der Auseinandersetzung mit dem Thema der Mutationen bei Lebewesen, dem Anschauen aller bisher entstandenen Blade Runner Filme und der freischwimmend oberflächlichen Annäherung an die philosophische Fragestellung mit eigenständig eingefügten Worten in Klammern „Wann ist ein Mensch (noch) (doch) (wieder) ein Mensch?“ entstand in der Zeit während des Lockdowns in Italien zwischen März und Mai 2020 der Entwurf zu diesem «Monolog einer Zimmerpflanze»: Ein im letzten Jahrhundert konstruiertes Bio-Experiment (Zimmerpflanze) spricht. Es hat sich weitgehend verselbständigt, da es nach seiner Installation in einem Bürogebäude vom Labor vergessen worden war.

Gewidmet Rutger Hauer und Linn Da Quebrada.


How would you draw yourself as a fish?

01.2022-update (english below)

Wie würden Sie sich selbst als Fisch zeichnen?

Das ist keine rhetorische Frage. Darüber nachzudenken bedeutet, über Transformation nachzudenken. Während die Meeresspiegel ansteigen, de-evolutioniert der Mensch. Der Short Movie "Wie man sich selbst als Fisch zeichnet" (8'13'') handelt davon, wie man sich selbst in seine Zukunft zeichnen kann. Inspiriert von der Anweisung von Sibylle Ciarloni, Writer & Artist, San Costanzo, Berlin, Zürich. Entstanden in Zusammenarbeit mit Rahel Kraft, Sound Artist & Composer in Wien und Zürich.

Nichts ist mehr ein Geheimnis. Die menschliche DNA ist aufgeschlüsselt worden. Unsere Vorfahren waren Fische, die Lungen und Füße entwickelten, um an Land zu kommen. Der Rest ist bekannt.
Bekannt ist auch, dass die Meeresspiegel ansteigen und dass einige (oder die) Gründe dafür in unserer Lebensführung liegen. Unbewusst oder bewusst machen die meisten Menschen aber einfach weiter wie bisher und sind nicht daran interessiert, ihren Einfluss auf die Umwelt zu reduzieren. Sibylle Ciarloni arbeitet mit der Vision, dass die De-Evolution der Menschheit voranschreitet, rückwärts. Der Film bietet die Gelegenheit, sich gedanklich mit jener Transformation zu befassen und sich praktisch selbst in die eigene Zukunft zu zeichnen. Um das Bewusstsein zu verändern und vielleicht sogar die DNA künftiger Generationen.

 

How would you draw yourself as a fish?

This is not a rhetorical question. To think about offers an opportunity of transformation, of escape in a way too. While sea levels continue to rise, humankind is de-evolving. The short movie “How to draw yourself as a fish” (8'13'') is about how to draw yourself into your future. Inspired by a manual written by Sibylle Ciarloni, writer & artist, San Costanzo, Berlin, Zurich. In collaboration with Rahel Kraft, sound artist & composer, Vienna, Zurich.

Nothing is a secret anymore. Humankind's DNA has been decrypted. Our ancestors were fish who developed lungs and feet to come ashore. The rest is known.
It is also known that sea levels are rising and that some of the reasons why are connected to our lifestyle. Unconsciously, or consciously, most of humankind is not acting to reduce their environmental impacts. Sibylle Ciarloni's vision is humanity's de-volution, back to the original state as fish. The movie offers a transformational opportunity to practice drawing yourself into your future. To change consciousness and perhaps DNA of further generations.

 

 

TEASER

Wie man sich selbst als Fisch zeichnet. Eine Transformationsübung. (Originalsprache)
How to draw yourself as a fish. A transformational exercise. (Subtitles)
Come ci si dipinge da pesce. Un esercizio di trasformazione. (Sottotitoli)

Teaser on vimeo

2019/2020 alle Rechte: Acapulpo – Edition for subject and phenomenon.

 

Sibylle Ciarloni – Idea, Speaker, Text, Titles

Rahel Kraft – Idea, Speaker, Sound Design, Video Editing

Kruno Bocher – Photograph

Joe Lieber – Lights, Thoughts

Fay Arnold  – Promotion 

Studio Ackerbaden – Production, Set Design

Kulturbüro Zürich – Equipment

Nelly Vanelli – Make Up, Styling

Imelda Beller – Driver

Google Translator & deepl – first aid translation

Rob Nienburg – Translation Rewriting English

Angela Rowland – Rewriting Description Subtitles

Francesca Fantuzzi – Traduzione Rewriting Italiano

dunque Themenpapier – first print publication

all rights - Acapulpo Edition by Sibylle Ciarloni

 

 


Ideen verschenken, to give away ideas

Die offene Schublade

Während ich an einer Arbeit bin, schreibe ich Ideen für andere Arbeiten auf. Ich versuchte es schon mit Listen und mit Notizbüchern, mit neuen Ordnern auf meinem Desktop, aber auch mit Warten bis die Idee zurückkehrt und erst dann aufschreiben… buchhalterische Momente, auf die ich kaum gefasst war.

Die meisten Ideen und Notizen in meiner Schublade verstehe ich nach ein paar Monaten nicht mehr. Aber manche sind von Anfang an klar, wenn auch lange Zeit kaum ausformuliert und noch gar nicht prozesshaft gedacht. So ist das schon immer gewesen. Vor rund 20 Jahren habe ich mir versprochen, meine Ideen ernst zu nehmen. Dieser Entscheid hat mich gestärkt und gleichzeitig verletzlich gemacht. Und viele Male wollte ich das Versprechen brechen.

Ende November wurde mir eng im Kopf. Ich dachte darüber nach, wie ich alles machen kann, was ich machen will. Und ich dachte auch: Will ich das alles machen, was ich machen will? Bzw. kann ich das alles machen? In diesem Hin und Her erschien sozusagen die Idee der Ideen, nämlich sie zu verschenken. Jetzt gleich. Und so kam es. Ich habe die Zettel aus der Dunkelheit der Schublade genommen und angeschaut. Ich wählte jeden Tag nur eine Idee aus, beleuchtete sie dann von allen Seiten und um sie weiter zu reichen, habe ich sie auf einen schönen Teller formuliert.

Das Schenken der letzten 23 Tage war eine aufwühlende Reise in meine Gedankenwelt, wo mir meine Werte, Wurzeln und Verbindungen einmal mehr bewusst geworden sind. Heute bin ich mir dankbar, dass ich die Schublade geöffnet habe. Das Tun hatte bei aller Verletzbarkeit auch einen Sortier-Effekt. Gerade bin ich mir sicher, dass in Zukunft die Unmittelbarkeit eine noch größere Rolle spielen wird und der Raum meiner Stille anders organisiert werden will.

Was das alles bedeutet, weiß ich jetzt noch nicht. Aber was auch ohne mein Dazutun in der Welt stehen darf, steht jetzt da. Und ich fühle mich leichter, weil nur jene Ideen noch da sind, an denen ich jetzt bereits arbeite und ein paar von denen, die ich im kommenden Jahr angehen will.

 

 

opening my drawer

While I'm working on one piece of work, I write down ideas for other pieces of work. I've tried lists and notebooks, new folders on my desktop, but also by waiting until an idea comes back and only then writing it down… bookkeeping moments I didn’t like.

Most of the ideas and notes in my drawer I don't understand anymore after a few months. But some are clear from the start, even if barely formulated for a long time and not even thought out in the process. It has always been like that. About 20 years ago that I promised myself to take my ideas seriously. This decision strengthened me and made me vulnerable at the same time. And many times, I wanted to break the promise.

At the end of November, my head got tight. I thought about how I could do everything I wanted to do. And I also thought: do I want to do all the things I want to do? Or can I do it all? In this back and forth, so to speak, the idea of ideas appeared, namely to give them away. Right now. And so it came about. I took the paper notes out of the darkness of the drawer and looked at them. I chose only one idea each day, then illuminated it from all sides and to pass it on, I formulated it on a beautiful plate.

The giving of the last 23 days was a stirring journey into my world of thoughts, where I once again became aware of my values, roots and connections. Today I am grateful to myself for opening the drawer. Doing so, for all its vulnerability, also had a sorting effect. Right now, I am sure that in the future, immediacy will play an even more significant role, and the room of my silence will want to be organised differently.

What all this means, I don't know yet. But what is allowed to stand in the world without my doing is there now. And I feel lighter because only those ideas are still there that I am working on currently and a few of those that I want to tackle in the coming year.


August 2021 Poem

(english below)
Es ist Mitternacht in Mittelitalien. Das Thermometer zeigt 30 Grad.
Einatmen. Ausatmen.
Wie lange ist es her, dass ich mich in einer Stadt verloren habe?
Morgen in Bologna. Der Verkünder verkündet die Erschöpfung an einer Bushaltestelle.
Am Rande des Parks sagt sie zu ihr, dass sie einfach warten solle, bis sie an der Reihe sei und dass sie ja auch nur zwei Hände hätte, wie sie. Und das sei nicht selbstverständlich.
Caffè?
Abend in Berlin. Bitte, darf ich, darf ich Ihren Hund kurz streicheln?
Eine Nacht nur will ich bleiben. Eine Nacht in der Blümchentapete, die mir der alte Künstler einmal vorgeworfen hatte. Zu gesucht als Wort, sagte er. Ja. Aber – sagte ich – es waren Blümchen auf der Tapete.
Trotzdem.
Und nein, der Tintenstrahldrucker gehört zu einem anderen Thema. Und wir wissen nicht, ob Ovid oder Homer die Legende der Medusa für uns Nachfahren aufgeschrieben hatte und es ist noch zu heiß für Google.
Doch dann.
Do your research!
Was zeigen sie dir?
Wo bekommt man eine günstige Rolex? Muss kein Gold dran sein. Nein, nein.
In meinem nächsten Leben bin ich ein Algorithmus. Anpassungsfähig. Vorausschauend. Empathisch. Wertfrei.
Afghanistan? Afghanistan.
Ich sehe immer noch keine Sternschnuppen aus dem Himmel fallen für mich.
Geheimnis bleibt der Wunsch, die Zeit.
Das Thermometer zeigt 28 Grad. Und so wird es gewesen sein, in einer jener Nächte im achten Monat dieses Jahres in Mittelitalien.
Ein Gedanke reihte sich an einen anderen und zwischendrin viel Pause mit Atmen.
Einatmen. Ausatmen.

Veröffentlicht von Les Nouveaux Riches - Magazin für Kunst und Kultur, August 2021.

August
It is midnight in central Italy. Thermometers show 30 degrees.
Breathing in. Breathing out.
How long has it been since I lost myself in a city?
Morning in Bologna. A self-appointed herald announces a general exhaustion at a bus stop.
At the edge of the park, she tells her to wait her turn and that, after all, she only has two hands, like her. And that is not a matter of course.
Caffè?
Evening in Berlin. Please, may I, may I pet your dog for a moment?
I want to stay one night. One night in the flowered wallpaper that the old artist once accused me of. Too sought after as a word, he said. Yes. But there were flowers on the wallpaper, i said.
Nevertheless.
And no, the inkjet printer belongs to another subject. And we don't know whether Ovid or Homer had written down the legend of Medusa, and it's still too hot for Google.
But then.
Do your research!
What do they show you?
Where can you get a cheap Rolex? Doesn't have to be gold on it. No.
In my next life, I'm an algorithm. Adaptable. Predictive. Empathic. Free of any value.
Afghanistan? Afghanistan.
I still don't see any perseids falling from the sky for me.
A secret remains the wish, the time.
Now thermometers show 28 degrees. And that's how it will have been one of these nights in this years eighth month in central Italy.
One thought followed another, and in between, there was a lot of pausing to breathe.
Breathing in. Breathing out.


Tempo Sospeso Dezember 2020

By repetition, you start noticing details in the landscape.
Mit diesem einfachen Satz bin ich gut durch die ersten Monate Lockdown hier an der Adriaküste gekommen. Ich habe mich mit dem Wort Realität angefreundet und einmal mehr auch mit den sogenannten kleinen Schritten. Sogar mit Video-Anrufen habe ich mich abgefunden. Man sieht einfach nicht gut aus, aber… chi se ne frega?
(see English below)

TEMPO SOSPESO
Hier, wo die zweite Welle vor ein paar Wochen ankam, sind die Menschen dazu aufgerufen, beinahe anspruchslos ihre ganz individuellen Zonenmomente zu leben und nicht auf Entdeckungsreisen oder Leute besuchen zu gehen. Manchen genügt das. Ich wäre gerne gereist und hätte meine Lesungen gehabt und Leute getroffen und mich ausgetauscht. Aber was sagte ich zu Beginn dieser Meldungen. Das mit der Realität… An manchen Orten in Italien pflegen die Menschen eine liebevolle Geste. Wer will, bezahlt zwei Caffè in der Bar. Den eigenen und einen für jemanden, der/die ihn sich nicht leisten kann. Il caffè sospeso. Der Caffè bleibt also pendent, hängig, sospeso, aber bereit. Und was wird nach diesem tempo sospeso anders sein?

Zuerst zu den immateriellen Werten:
Den Sommer hindurch habe ich im Schatten gearbeitet. Ich widmete mich einem Fragebogen des Democracy in Europe Movements, wie man Kunstschaffende in die Politik einbinden könnte. Wer das Manuskript lesen möchte, schreibe mir.
Entstanden ist schließlich auch der «Monolog einer Zimmerpflanze». Jetzt hängt er – pendent wie diese Zeit – in meiner Hängeregistratur. Wartend. Gedanken zu den Untergründen dieser Arbeit habe ich hier notiert.

Die Welt ist gut, die Welt ist schlecht
Zu Beginn dieser zweiten Welle fand ich schwieriger zu ein paar Worten, die mich durch dieses tempo sospeso begleiten. Oder ist das jetzt eher geschenkte Zeit? Ich bin – wie in allen Lebenslagen – für beides und mit großer Wahrscheinlichkeit wird dieser neue Track von «THINGS AND GHOSTS» mich jetzt begleiten. Tief, klar, beides.
Übrigens auch auf Bandcamp und Spotify.

Zum Geschäft:
Entstanden ist ein Aufbügler in «clunky yellow» und einer in «glitter green». Es geht um eine Wiederholung von drei Worten, die so oder so gesungen werden. Entstanden ist auch ein Set mit 3 Postkarten zum Schatten und zum Starksein. Einmal Deutsch, einmal Englisch, einmal Italienisch. Entstanden ist zudem ein «ManualZine + BioBalloon». Wer will, kann raten, welche Anweisung hier nun endlich in drei Sprachen vorliegt… Den Ballon kann man mit Helium füllen und so eine zentrale Frage um die Welt schicken. Man kann ihn aber auch immer wieder aufblasen und sich selbst die zentrale Frage stellen. Das ist ganz einfach.
Das «ManualZine + BioBalloon» ist wie der Foto-Essay «Strandläufer – lungomare» im Volumes Archive in Zürich aufgenommen worden. Und so viel sei auch schon gesagt: Es wird einen kurzen Film mit jener Anweisung geben, der nächstes Jahr hoffentlich in die Welt kann.

Schöne Grüße aus der gelben Zone.

 

(English Version)
Tempo Sospeso. By Sibylle Ciarloni.
By repetition, you start noticing details in the landscape.
With this simple sentence I got through the first months of lockdown here on the Adriatic coast. I have made friends with the word reality and once again with the so-called small steps. I've even come to terms with video calls. You just don't look good, but… chi se ne frega?

TEMPO SOSPESO
Here, where the second wave came ashore several weeks ago, people are called to live their zone moments individually and almost undemandingly and not to travel or visit people. For some, that's enough. I would have loved to travel and held my readings and meet people and exchange ideas. But what did I say at the beginning of these newsmix. About reality...
There is a dearly gesture at some places in Italy. If you want, you can pay for two caffè at the bar. Your own and one for someone who cannot afford it. Il caffè sospeso. The caffè remains pending, sospeso, ready…
What will be after this tempo sospeso?

For some intangible values:
I worked in the shade through the summer. I dedicated myself extensively to a questionnaire from the Democracy in Europe Movement on how artists could be involved in politics. If you want to read the manuscript, write to me.
Then I re-wrote my “Monologue of a Houseplant”. Now it hangs in my suspension filing box - as pendent as this time. Waiting. I have published a few thoughts about the background of this work here.

The world is good, the world is bad
When this second wave started here, I found it more difficult to come up with a few words that will accompany me through this tempo sospeso. Or is that now more of a free time, a gift? I am - as in all situations - for both and it is very likely that this new track from "THINGS AND GHOSTS" will accompany me. Deep, clear, both.
The song is available also on Bandcamp and Spotify.

Let's get to business:
In my shop here are two iron-on patches in «clunky yellow» and «glitter green». It's the repetition of one word, sung one way or another. You find also a set with 3 postcards with some words on shadow and on being strong. German, English, Italian. A «ManualZine + BioBalloon» was also created. If you want, you can guess which manual instructions are finally available here in three languages... You can fill the balloon with helium and thus send a central question around the world. But you can repeatedly inflate it and ask yourself the central question. It’s easy.
“ManualZine + BioBalloon” like the photo essay «Strandläufer – lungomare» has been inserted in the Volumes Archive in Zurich. And: There will be a short film about that manual who will hopefully be released next year.

Greetings from the yellow zone.

Thanks to Google Translator for first aid in English!

For better English contact me with nice words correcting my faults. Thank you.