Arbeitsnotizen

Gebrauchsanweisungen haben etwas Rechthaberisches: Richtige Hinweise stehen der Reihe nach in einer Broschüre, in einem Leporello, einem straßenplanmäßig gefalzten Prospekt. Bei letzterem ist das Papier meist sperrig, den Bogen zurück in seine Falzen zu legen, geht kaum je ohne Gegenfalz oder die plättende Hand. In der Broschur ist das einfacher. Seite um Seite. Sprache um Sprache. Markt um Markt. Geopolitisch. DE, CH, IT, F, SP, CZ usw.

Der Markt ist ein nationales Wesen geworden. Es verfügt über die unsichtbare, regulierende Hand. Es tut das Richtige. Wir werden schon sehen, glauben wir hier (damals noch in der Schweiz. Anm. der Autorin). Wir sollten nichts regulieren, so wenig wie möglich auf jeden Fall, glauben die einen. Freiheit, rufen sie. Frei ist der Markt so lange, wie es einem System ins System passt und (mehr …)

Arbeitsnotizen

Es ist immer Gewalt, nein, sie sagte eine Gewalt, una violenza, die man den Worten antut, wenn man sie übersetzt, sagte die Kunstkritikerin. Ja, sagte ich, dem ist vielleicht so. Meinem Zweifel hätte ich besser mit mehr Vehemenz Ausdruck verliehen, doch ich blieb versöhnlich und sagte harmonisierend: Wer des Italienischen nicht mächtig ist und dennoch offen für die Bilder und die Gedankengänge, die der Schriftsteller mit seinen Poesien durchwandert, der ist verloren ohne Übersetzung. Aber nein, sagt sie, der bekommt sie einfach nicht!

Stille. (mehr …)

HINWEIS Rezension

Bild: Sieglinde Geisel

Die tell-review, das Online Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft, hat meinen Essay „Philosoph für einen Tag“ über die Zusammenarbeit von David Siepert und Stefan Baltensperger mit Tagelöhnern in China publiziert. Das Buch mit dem Titel „Invisible Philosophy“ erschien im Februar im Zürcher Amsel Verlag. Sprachen: Handschrift + Mandarin + Englisch. Erhältlich ist das Werk im Buchhandel und direkt bei den Künstlern.

MONOLOG einer Zuschauerin. Mitgehört.

„Literatur ist so anstrengend. Am furchtbarsten ist es, wenn die Vorleserin, der Vorleser, nuschelt. Die Geräusche, die das Umdrehen oder Weglegen der Blätter machen, gehen ja noch. Das kommt oft vor. Ich habe aber auch selten gute Stimmen gehört. Nur Schauspieler können richtig gut lesen, wobei man auch da aufpassen muss, dass man alles mitbekommt, wenn sie einen ablenken mit Gesten und hochgezogenen Augenbrauen. Oder mit diesem wissenden Lächeln in den Mundwinkeln, (mehr …)

Ein Kind verändert während des Spiels die Spielregeln. Das ist normal bei Kindern. Meglio ridere che piangere, no? EINE ausschweifende BEOBACHTUNG mit 7 oder 8 rhetorischen Fragen, teilweise sogar in Klammern.

Ein blonder, für sein Alter schon recht großer Bub spielt in einem weißen Haus mit Kugelschreibern. Für Tinte hat er keine Zeit und Farbstifte hat er keine mehr. Die hat er im Garten vergraben. Der Bub spielt nur mit Schreibzeug. Und manchmal mit einem dunkelblonden Mädchen. Es hat ein Gesicht wie ein hübsches Alien. Aber es ist kein Alien und eigentlich will es nicht bei allen Spielen des Buben mitmachen. Es muss nur manchmal. Dann geht es auch barfuß, wenn (mehr …)

Der Kanzlei für Basisgekipptes entschlüpfen im kommenden Jahr täglich neue Gedenktage. Das hat damit zu tun, dass die Autorin Joanna Lisiak und ich mindestens 365x nachdachten, diskutierten und entschieden.

Wir meinen, die Menschen sollten auch anderer Dinge und Zustände gedenken als nur zweckvoller, ohne damit sagen zu wollen, dass unser „Tag der Warteschlange“ bedeutender wäre als der Tag der Menschenrechte!
Wir twittern vom 1.1.2017 bis zum 31.12.2017 und freuen wir uns über Follower.
https://twitter.com/basisgekipptes

Ein assoziativer Wörterturm zu Rhythmus und Wiederholung.

Bold from Sibylle Ciarloni on Vimeo.

Lied vier.
Lied neun.
Lied vier.
Lied neun.
Tintenstrahldrucker.
Plusquamperfekt.
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Bold Installation von Sibylle Ciarloni (txt) und Matthias Gubler (mov). Zum ersten Mal gezeigt am Taktung Festival in Zürich 2015.