(english below)
Es ist Mitternacht in Mittelitalien. Das Thermometer zeigt 30 Grad.
Einatmen. Ausatmen.
Wie lange ist es her, dass ich mich in einer Stadt verloren habe?
Morgen in Bologna. Der Verkünder verkündet die Erschöpfung an einer Bushaltestelle.
Am Rande des Parks sagt sie zu ihr, dass sie einfach warten solle, bis sie an der Reihe sei und dass sie ja auch nur zwei Hände hätte, wie sie. Und das sei nicht selbstverständlich.
Caffè?
Abend in Berlin. Bitte, darf ich, darf ich Ihren Hund kurz streicheln?
Eine Nacht nur will ich bleiben. Eine Nacht in der Blümchentapete, die mir der alte Künstler einmal vorgeworfen hatte. Zu gesucht als Wort, sagte er. Ja. Aber – sagte ich – es waren Blümchen auf der Tapete.
Trotzdem.
Und nein, der Tintenstrahldrucker gehört zu einem anderen Thema. Und wir wissen nicht, ob Ovid oder Homer die Legende der Medusa für uns Nachfahren aufgeschrieben hatte und es ist noch zu heiß für Google.
Doch dann.
Do your research!
Was zeigen sie dir?
Wo bekommt man eine günstige Rolex? Muss kein Gold dran sein. Nein, nein.
In meinem nächsten Leben bin ich ein Algorithmus. Anpassungsfähig. Vorausschauend. Empathisch. Wertfrei.
Afghanistan? Afghanistan.
Ich sehe immer noch keine Sternschnuppen aus dem Himmel fallen für mich.
Geheimnis bleibt der Wunsch, die Zeit.
Das Thermometer zeigt 28 Grad. Und so wird es gewesen sein, in einer jener Nächte im achten Monat dieses Jahres in Mittelitalien.
Ein Gedanke reihte sich an einen anderen und zwischendrin viel Pause mit Atmen.
Einatmen. Ausatmen.

Veröffentlicht von Les Nouveaux Riches – Magazin für Kunst und Kultur, August 2021.

August
It is midnight in central Italy. Thermometers show 30 degrees.
Breathing in. Breathing out.
How long has it been since I lost myself in a city?
Morning in Bologna. A self-appointed herald announces a general exhaustion at a bus stop.
At the edge of the park, she tells her to wait her turn and that, after all, she only has two hands, like her. And that is not a matter of course.
Caffè?
Evening in Berlin. Please, may I, may I pet your dog for a moment?
I want to stay one night. One night in the flowered wallpaper that the old artist once accused me of. Too sought after as a word, he said. Yes. But there were flowers on the wallpaper, i said.
Nevertheless.
And no, the inkjet printer belongs to another subject. And we don’t know whether Ovid or Homer had written down the legend of Medusa, and it’s still too hot for Google.
But then.
Do your research!
What do they show you?
Where can you get a cheap Rolex? Doesn’t have to be gold on it. No.
In my next life, I’m an algorithm. Adaptable. Predictive. Empathic. Free of any value.
Afghanistan? Afghanistan.
I still don’t see any perseids falling from the sky for me.
A secret remains the wish, the time.
Now thermometers show 28 degrees. And that’s how it will have been one of these nights in this years eighth month in central Italy.
One thought followed another, and in between, there was a lot of pausing to breathe.
Breathing in. Breathing out.

Main Productions

2020

How to draw youself as a fish – Wie man sich selbst als Fisch zeichnet – Come ci si dipinge da Pesce. Short Movie 8’13“ selected by Byron Bay Underground Film Festival 2021, Australia and by Big Sur Film Festival California USA April 2021.

2007 – today

Readings, Lesungen u.a. in Deutschland, Schweiz, Italien. Im August 2021 in Berlin: Monolog einer Zimmerpflanze (Monologue of an apartment plant – English version in progress).

2017 – today

Acapulpo – Edition for Subject and Phenomenon A space in time for my productions, u.a. Postkarten, Foto-Essay „Strandläufer – lungomare“ und die Transformationsübung „How would you draw yourself as a fish?“ (Film, Zine, Bio-Balloon).

2011 – today

Sound Art Pieces, u.a. Container (Radio Essay), Seaside Soundmap (community sound collage), Weltatlas – Ein verlorener Gedanke.

2007 – today

Collaborations und Performances mit anderen Künstler:innen, u.a. mit Rahel Kraft (Bild, Brotfabrik Berlin 2019 mit Alles in Ordnung), Silja Dietiker, Manja Präkels.

2018

Publikation 22 Stories „Bernstein und Valencia“ im Knapp Verlag, u.a. mit „Das Haustier“, „Milano“, „Anton Ross und Marylin“, „Es ist immer jemand da“, „Der Ungar“ und „Olga“.

2009-2015

dunque – Ein assoziativ gestaltetes Themenpapier. Co-Editor mit Beat Roth. Themen: Ein Tag im Bett, von Haaren, mindmap, Zahn um Zahn, Große Fische kleine fische.

2007-2010

Curator and owner of Salon Billa. Raum und Werkstatt für Literaturen und Experimente… arts & artist(e)s. Lesefest „Trunkenen Tagen“ und Lesereihe „Nachtwachen“.

2004-2008

Auf hoher See – Radiomagazin für Nouvellinen und Alllitterationen mit Wellengang und Musica. Monatliche Sendung, ausgestrahlt von Kanal K.


Mehr/More:


Publications

Zine+BioBalloon «How to draw yourself as a fish» A Transformational Exercise.
Deutsch, English, Italiano Movie coming 2021 to festivals.

«parole parole parole» Gegen das viele Reden. Ein Aufbügelmotiv in Clunky Yellow und Glitter Green!

«Bernstein und Valencia» ISBN 978-3-906311-44-9 – Short Stories. Rezension Holger Benkel. Bericht Vernissage und erste Stimmen von Tanja Kummer, Manja Präkels, Rouven Obst und von Ulrike Anna Bleier.

«Strandläufer, lungomare – Foto Essay» Con la partecipazione di Andrea Angelucci. ISBN 978-3-906325-26-2.


Contributions

LOVE IS – Das Buch der Liebe. The Book of Love. U.a. mit Worten und Werken von Oscar Wilde, Marina Abramovic, John Baldessari, Banksy, Ricarda Huch und von mir.

Wo ist Martha? Ein Buch von Julian Salinas, Fotograf.

Schlaflos brennen die Wörter. Texte zur Reformation.

Diverse Beiträge, u.a. in Anthologien und Literaturzeitschriften wie entwürfe Bern, mosaik Salzburg, Junge Akademie Berlin, Treibstoff Luzern, in der tell review und auf wertschrift net oder in perspektive Zürich.

Kanzlei für Basisgekipptes. Kalender mit alternativen Gedenktagen, Twitter 2017. Zusammenarbeit mit Joanna Lisiak.


Collaborations, Performances

Alles in Ordnung. Lesung & Ton in Zusammenarbeit mit Sound Artist and Composer Rahel Kraft auf Tournee von September 2018 bis Mai 2019. Drei vertonte Geschichten aus «Bernstein und Valencia» waren zu sehen und hören in Baden, Luzern, Berlin, Zürich, Scuol, Steckborn und Bern.

Erika Schick Bonnet – Instant Art Formation CH/I – Performance in der TART Galerie Zürich, im Rahmen von A LINE IS A DOT THAT WENT FOR A WALK. In collaboration with Ilona Kannewurf und Matthias Weidmann.

Strandläufer, lungomare – Reading e Presentazione del libro, Palazzo Bracci Pagani, Fano PU, Januar 2019 in Zusammenarbeit mit Andrea Angelucci

Literaturtelefon.ch – mehrere Telefonlesungen direkt aus dem NAIRS-Studio-Atelier, April 2018

Tomoko Hojo – Collaboration (Voice) Audio Work Flat Time House London, April 2018

Hojo/Kraft – Innern – Collaboration (Translation, Voice 3′ Quote H. Bergson) for Audio Walk – Nairs-Scuol-Nairs, März 2018

stand an der Küste – Reading Performance, Berlin Atelier Zuzanna Skiba, 2017

Komplizen – Annäherung. Zusammenarbeit mit Bettina Diel und einem Flugblattdrucker. 2017. Tart Zürich.

Weltatlas – Ein verlorener Gedanke, Live Hörstück, Zusammenarbeit Silja Dietiker Video, 2015-2017, u.a. in Aarau, Bern, Berlin (Babette), Baden (Royal), Zürich (Rote Fabrik und manifesta 11. Cabaret Voltaire)

Taktung Zürich 2015, Teilnahme mit Previous/Next + Bold, einem Wortstück (animated gif und Reading)

JUMP 2014 im FL, Teilnahme mit „Die Geschichte vom Ohr“, Zusammenarbeit mit Beate Frommelt

Sterne, Hummer und Zigottern – Live Hörspiel mit Manja Präkels, Uraufführung Berlin 2012

Kunsthaus Zürich, mindmap – Lesung mit zwei Transistoren im Monet-Saal am Tag der offenen Tür, 2012

Todesarten – Stories about Life & Death and das Dazwischen, Lesetour in Zusammenarbeit mit Ivan Mangia, Gitarre, 2010

Das Betriebsessen – Live Hörspiel, Uraufführung an Trunkenen Tagen in Baden 2008

Öffnungen, 2008 Audio-Walk im Bäderquartier, Stimme und Aufnahmeleitung

uomo in mare, Lesung mit Sounds, in Zusammenarbeit mit Petra Ronner, gezeigt in Baden und Zürich


Radio

Magazinsendung Literatur auf Kanal K
Auf hoher See, Zweifelhafte Poesie und schummrige Sounds, Eine Stunde Lesung und Musik jeden Monat zwischen 2004 und 2008, eigene kurze Erzählungen + Lesungen von Gästen wie Lisa Gautschi, J. Monika Walther, Anja Koemstedt, Friederike von Königswald, Leopold Biberti

Magazinsendung Literatur auf Kanal K
Container, Radio-Essay mit Sounds – Januar – Dezember 2011 monatlich

Features und Talk Sendungen auf Kanal K:
Illegal in der Schweiz – Gespräch mit Genzi
Frauen in Italien – Feature u.a. aus Milano, Libreria delle Donne
Der neue Mann – Feature, inkl. Gespräch mit Markus Teunert
Frauen in Afghanistan – Gespräch mit Judith Huber
Inspiration Exil – Gespräch mit der Filmemacherin Ayten Mutlu
Drinnensitzen – Gespräch mit verschiedenen Frauen im Strafvollzug
Annemarie Schwarzenbach, Ella Maillart – Reise nach Kafiristan, Gespräch mit Fosco Dubini, Regisseur


Stipendien, Arbeitsaufenthalte, Nominierungen

2018 Aufenthalt im Zentrum für Gegenwartskunst NAIRS bei Scuol im Engadin. 2014 Nominiert von der Literaturzeitschrift „entwürfe“ für Literaturwettbewerb zum Thema: Agglo. Beitrag: In Möbelhäusern. Eine Trilogie mit Javier Bardem, Sharon Stone und David Bowie. 2011 Stipendium Atelieraufenthalt Berlin-Mitte. Vergabe durch das Kuratorium des Kantons Aargau. 2007 Hörspielwerkstatt der Autorinnenvereinigung e.V., Einladung nach Berlin und Rheinsberg.


TV Production & Screenwriting

Herausgeberin von KOMPRESSOR, TV-Jugendmagazin 1999/2000. Ausgestrahlt von Star TV. In Zusammenarbeit mit Johannes Sieber, Bruno Kocher, Marc Krebs und 20 freien Redakteurinnen und Redakteure. Alle Sendungen sind 2014 in den Bestand des Schweizerischen Sozialarchivs aufgenommen worden.

Pilot SRF TV Serie HAUSBESUCH, in Zusammenarbeit mit Johannes Sieber, Marc Krebs, Sibylle Berg, Beat Schlatter.

Projekteingaben Serie SRF, diverse Kooperationen


Journalistische Arbeiten Print

Aaku – Aargauer Kulturmagazin (vormals Juli)
Vorschauen auf Kulturevents und Interviews, u.a. über Raumfahrt in der Langmatt, mit Martin Zingg über Lyrik, mit Peter Schneider über Identität

mosaik – Zeitschrift für Literatur und Kultur, erscheint in Salzburg
Interview mit Joanna Lisiak über das Schreiben, Sommer 2017

manuell – Diverse Portraits von Menschen über ihr Handwerk, u.a. mit Kazu Huggler über Mode und die Three Cranes Association, mit Leonardo Magatti, Gartengestalter bei Como in Norditalien

für massiv Magazin: Rezensionen, Interviews, Essays
für fashionweb und bluewin: Short Cuts zu Mode und Gesellschaft


zeitgleich und vorher

Medien Kreation. Konzept, Text… sowie Redaktion, Post-Editing, SEO, Adwords Campaigns, Newsletters, Traduzioni Italiano – Deutsch, Texte für Firmen, Agenturen, Medien, Verlagswesen, Architektur, Gastronomie, Beratung.


Weiterbildungen, Reisen

Poesietherapie/Kreatives Schreiben, Autogenes Training. Alle Rettungsschwimmer Pool Brevets der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG. Besuch Autorenworkshop Theater Basel Junges Haus bei Thomas Freyer, Autor, Berlin. Hörerin Philosophie Vorlesungen und Seminare, ETH Zürich (Michael Hampe) und Universität Basel (Olga Rubitschon und Byung-Chul Han). Sprechunterricht bei Irmela Beyer, zhdk Hochschule der Künste, Zürich. Weiterbildungen in Reportage/Feature (MAZ). Weiterbildungen in Sprachen Deutsch (Zürich), Italienisch (Perugia) und Englisch (London). Längere Aufenthalte (Reisen und/oder Arbeit) in Italien, USA, England, Argentinien, Deutschland, Schweiz.


Support

Freundinnen und Freunde. Firmen. Stadt Baden. Kuratorium des Kantons Aargau. Stiftung für Radio und Kultur Schweiz. Governo Italiano.


Medien

Berichte, Rezensionen, ausführliche Vorschauen finden Sie unter PAST.

12.05.2021-update

This is not a rhetorical question. To think about offers an opportunity of transformation, of escape in a way too. While sea levels continue to rise, humankind is de-evolving. The short movie “How to draw yourself as a fish” (8’13“) is about how to draw yourself into your future. Inspired by a manual written by Sibylle Ciarloni, writer & artist, San Costanzo, Berlin, Zurich. In collaboration with Rahel Kraft, sound artist & composer, Vienna, Zurich.
Languages: German + Subtitles in English and Italiano

Nothing is a secret anymore. Humankind’s DNA has been decrypted. Our ancestors were fish who developed lungs and feet to come ashore. The rest is known.
It is also known that sea levels are rising and that some of the reasons why are connected to our lifestyle. Unconsciously, or consciously, most of humankind is not acting to reduce their environmental impacts. Sibylle Ciarloni’s vision is humanity’s de-volution, back to the original state as fish. The movie offers a transformational opportunity to practice drawing yourself into your future. To change consciousness and perhaps DNA of further generations.

Movie SELECTED by Byron Bay Underground Film Festival Australia and by Big Sur Film Festival California USA.

 

Wie man sich selbst als Fisch zeichnet. Eine Transformationsübung. (Originalsprache)
How to draw yourself as a fish. A transformational exercise. (Subtitles)
Come ci si dipinge da pesce. Un esercizio di trasformazione. (Sottotitoli)

 

Teaser „How to draw yourself as a fish“ from Sibylle Ciarloni on Vimeo.

 

Wie würden Sie sich selbst als Fisch zeichnen?

Das ist keine rhetorische Frage. Darüber nachzudenken bedeutet, über Transformation nachzudenken. Während die Meeresspiegel ansteigen, de-evolutioniert der Mensch. Der Short Movie „Wie man sich selbst als Fisch zeichnet“ (8’13“) handelt davon, wie man sich selbst in seine Zukunft zeichnen kann. Inspiriert von der Anweisung von Sibylle Ciarloni, Writer & Artist, San Costanzo, Berlin, Zürich. Entstanden in Zusammenarbeit mit Rahel Kraft, Sound Artist & Composer in Wien und Zürich.
Sprachen: Deutsch mit englischen und italienischen Untertiteln

Nichts ist mehr ein Geheimnis. Die menschliche DNA ist aufgeschlüsselt worden. Unsere Vorfahren waren Fische, die Lungen und Füße entwickelten, um an Land zu kommen. Der Rest ist bekannt.
Bekannt ist auch, dass die Meeresspiegel ansteigen und dass einige (oder die) Gründe dafür in unserer Lebensführung liegen. Unbewusst oder bewusst machen die meisten Menschen aber einfach weiter wie bisher und sind nicht daran interessiert, ihren Einfluss auf die Umwelt zu reduzieren. Sibylle Ciarloni arbeitet mit der Vision, dass die De-Evolution der Menschheit voranschreitet, rückwärts. Der Film bietet die Gelegenheit, sich gedanklich mit jener Transformation zu befassen und sich praktisch selbst in die eigene Zukunft zu zeichnen. Um das Bewusstsein zu verändern und vielleicht sogar die DNA künftiger Generationen.

Film in der SELECTION von Byron Bay Underground Film Festival und von Big Sur Film Festival California USA.

 

2019/2020 alle Rechte: Acapulpo – Edition for subject and phenomenon.

 

Sibylle Ciarloni – Idea, Speaker, Text, Titles

Rahel Kraft – Idea, Speaker, Sound Design, Video Editing

Kruno Bocher – Photograph

Joe Lieber – Lights, Thoughts

Fay Arnold  – Promotion 

Studio Ackerbaden – Production, Set Design

Kulturbüro Zürich – Equipment

Nelly Vanelli – Make Up, Styling

Imelda Beller – Driver

Google Translator & deepl – first aid translation

Rob Nienburg – Translation Rewriting English

Angela Rowland – Rewriting Description Subtitles

Francesca Fantuzzi – Traduzione Rewriting Italiano

dunque Themenpapier – first print publication

all rights – Acapulpo Edition by Sibylle Ciarloni

 

Manual Zine + Bio Balloon in Sibylle Ciarloni’s Shop.

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By repetition, you start noticing details in the landscape.
Mit diesem einfachen Satz bin ich gut durch die ersten Monate Lockdown hier an der Adriaküste gekommen. Ich habe mich mit dem Wort Realität angefreundet und einmal mehr auch mit den sogenannten kleinen Schritten. Sogar mit Video-Anrufen habe ich mich abgefunden. Man sieht einfach nicht gut aus, aber… chi se ne frega?
(see English below)

TEMPO SOSPESO
Hier, wo die zweite Welle vor ein paar Wochen ankam, sind die Menschen dazu aufgerufen, beinahe anspruchslos ihre ganz individuellen Zonenmomente zu leben und nicht auf Entdeckungsreisen oder Leute besuchen zu gehen. Manchen genügt das. Ich wäre gerne gereist und hätte meine Lesungen gehabt und Leute getroffen und mich ausgetauscht. Aber was sagte ich zu Beginn dieser Meldungen. Das mit der Realität… An manchen Orten in Italien pflegen die Menschen eine liebevolle Geste. Wer will, bezahlt zwei Caffè in der Bar. Den eigenen und einen für jemanden, der/die ihn sich nicht leisten kann. Il caffè sospeso. Der Caffè bleibt also pendent, hängig, sospeso, aber bereit. Und was wird nach diesem tempo sospeso anders sein?

Zuerst zu den immateriellen Werten:
Den Sommer hindurch habe ich im Schatten gearbeitet. Ich widmete mich einem Fragebogen des Democracy in Europe Movements, wie man Kunstschaffende in die Politik einbinden könnte. Wer das Manuskript lesen möchte, schreibe mir.
Entstanden ist schließlich auch der «Monolog einer Zimmerpflanze». Jetzt hängt er – pendent wie diese Zeit – in meiner Hängeregistratur. Wartend. Gedanken zu den Untergründen dieser Arbeit habe ich hier notiert.

Die Welt ist gut, die Welt ist schlecht
Zu Beginn dieser zweiten Welle fand ich schwieriger zu ein paar Worten, die mich durch dieses tempo sospeso begleiten. Oder ist das jetzt eher geschenkte Zeit? Ich bin – wie in allen Lebenslagen – für beides und mit großer Wahrscheinlichkeit wird dieser neue Track von «THINGS AND GHOSTS» mich jetzt begleiten. Tief, klar, beides.
Übrigens auch auf Bandcamp und Spotify.

Zum Geschäft:
Entstanden ist ein Aufbügler in «clunky yellow» und einer in «glitter green». Es geht um eine Wiederholung von drei Worten, die so oder so gesungen werden. Entstanden ist auch ein Set mit 3 Postkarten zum Schatten und zum Starksein. Einmal Deutsch, einmal Englisch, einmal Italienisch. Entstanden ist zudem ein «ManualZine + BioBalloon». Wer will, kann raten, welche Anweisung hier nun endlich in drei Sprachen vorliegt… Den Ballon kann man mit Helium füllen und so eine zentrale Frage um die Welt schicken. Man kann ihn aber auch immer wieder aufblasen und sich selbst die zentrale Frage stellen. Das ist ganz einfach.
Das «ManualZine + BioBalloon» ist wie der Foto-Essay «Strandläufer – lungomare» im Volumes Archive in Zürich aufgenommen worden. Und so viel sei auch schon gesagt: Es wird einen kurzen Film mit jener Anweisung geben, der nächstes Jahr hoffentlich in die Welt kann.

Schöne Grüße aus der gelben Zone.

 

(English Version)
Tempo Sospeso. By Sibylle Ciarloni.
By repetition, you start noticing details in the landscape.
With this simple sentence I got through the first months of lockdown here on the Adriatic coast. I have made friends with the word reality and once again with the so-called small steps. I’ve even come to terms with video calls. You just don’t look good, but… chi se ne frega?

TEMPO SOSPESO
Here, where the second wave came ashore several weeks ago, people are called to live their zone moments individually and almost undemandingly and not to travel or visit people. For some, that’s enough. I would have loved to travel and held my readings and meet people and exchange ideas. But what did I say at the beginning of these newsmix. About reality…
There is a dearly gesture at some places in Italy. If you want, you can pay for two caffè at the bar. Your own and one for someone who cannot afford it. Il caffè sospeso. The caffè remains pending, sospeso, ready…
What will be after this tempo sospeso?

For some intangible values:
I worked in the shade through the summer. I dedicated myself extensively to a questionnaire from the Democracy in Europe Movement on how artists could be involved in politics. If you want to read the manuscript, write to me.
Then I re-wrote my “Monologue of a Houseplant”. Now it hangs in my suspension filing box – as pendent as this time. Waiting. I have published a few thoughts about the background of this work here.

The world is good, the world is bad
When this second wave started here, I found it more difficult to come up with a few words that will accompany me through this tempo sospeso. Or is that now more of a free time, a gift? I am – as in all situations – for both and it is very likely that this new track from „THINGS AND GHOSTS“ will accompany me. Deep, clear, both.
The song is available also on Bandcamp and Spotify.

Let’s get to business:
In my shop here are two iron-on patches in «clunky yellow» and «glitter green». It’s the repetition of one word, sung one way or another. You find also a set with 3 postcards with some words on shadow and on being strong. German, English, Italian. A «ManualZine + BioBalloon» was also created. If you want, you can guess which manual instructions are finally available here in three languages… You can fill the balloon with helium and thus send a central question around the world. But you can repeatedly inflate it and ask yourself the central question. It’s easy.
“ManualZine + BioBalloon” like the photo essay «Strandläufer – lungomare» has been inserted in the Volumes Archive in Zurich. And: There will be a short film about that manual who will hopefully be released next year.

Greetings from the yellow zone.

Thanks to Google Translator for first aid in English!

For better English contact me with nice words correcting my faults. Thank you.

(English below)

Edition für Subjekt und Phänomen.
Edizione per soggetto e fenomeno.
Edition for subject and phenomenon.

Die Reihe dient der Behauptung von Vorkommnissen und deren ungenauer Untersuchung. Sibylle Ciarloni ist die Autorin und Herausgeberin.

Sibylle Ciarloni:
„In einer Zeit, in der zur Sicherheit Daten gesammelt werden, behaupte ich beobachtete Mehrheiten, die niemand zählt. Vorkommnisse. Phänomene. Ich betrachte die Beziehung zwischen Gegenstand und Vorkommnis und banne sie in den Publikationen der Edition Acapulpo – so lange jedenfalls, bis sich alles wieder neu betrachten lässt. Denn die Welt wird immer wieder anders sein, als ich sie sehe und sie mich jetzt anschaut.“

Die Publikationen werden im Kontext von Kunst und Literatur und Philosophie und vielleicht auch Reisen gezeigt und vertrieben.

Die Inhalte erscheinen in verschiedenen Formen. Das erste Produkt ist der Foto-Essay Strandläufer, lungomare. Es wurde vom Amsel Verlag in Zürich herausgegeben. Das zweite ist die Soundcollage Seaside Soundmap, 2020 veröffentlicht auf Soundcloud. Es folgen parole, parole, parole und bald auch der geeignete BioBallon zum Manual „How to draw yourself as a fish“.

 

Edition for subject and phenomenon.
Edizione per soggetto e fenomeno.
Edition for subject and phenomenon.

The series serves to assert events and investigate them inaccurately. Sibylle Ciarloni is the author and editor.

Sibylle Ciarloni:
“At a time when data is being collected for security purposes, I claim observable majorities that nobody counts. Incidents. Phenomena. I explore the relationship between object and occurrence and bring it to light in the publications of Edition Acapulpo – until everything can be looked at anew. For the world will always look at me differently than how I look at the world.“

The Series appears in various forms. The first title in the Series, Strandläufer, lungomare is a photo-essay published by Amsel Verlag in Zurich. The second is the sound collage, Seaside Soundmap, published on Soundcloud in 2020. There will follow parole, parole, parole, and a balloon (eco friendly product) to accompany the short film for the manual „How to draw yourself as a fish“.

All publications are shown and distributed in the context of art, literature, philosophy, and travel.

Il Moro ci sta accanto quando c’è la bora, il garbin‘ e quel vento che arriva dal deserto. Di solito, in estate, ci arriva la brezza del mare, più o meno da mezzogiorno. NOI siamo Stefano Ciarloni e Sibylle Catherine Gabathuler Ciarloni.

La casa e la storia del moro
Neben unserem Haus steht unser Maulbeerbaum / il moro (bot. dt. der Maulbeerbaum, engl. Mulberry Tree, frz. le mûrier). Er ist ein Morus Alba, ein Maulbeerbaum mit weißen Früchten. Rund 200 Jahre alt soll er sein. Vielleicht begann er um 1800 zu sprießen, schließlich zu wachsen und so dick und prächtig zu werden, dass man ihn aus der Landschaft nie mehr würde wegdenken können. Er ist ein Kopfbaum, wurde gestutzt. Die Äste hat man sich zu Nutze gemacht. Der Stamm wurde immer umfangreicher. Der Baum wuchs schief im Feld am Hang, stand dem Bauer im Weg. Jetzt nicht mehr. Denn eines Tages kamen Camion und Trax, um den alten Baum mitsamt Wurzeln wegzubringen. Den Umzug zu uns hat er gut überstanden. Bis zu zehn Meter hoch kann er nun wachsen. Schon jetzt schaut er uns auf die Dachterrasse und wir ihm in die Krone. In seinem Stamm kann man sich verstecken und seine weißen Früchte schmecken süß. Noch in den Vierziger Jahren hielten sich die Leute in der Gegend Seidenspinner-Raupen. Deren Kokons enthalten die Fasern für Seide. Die Raupen ernähren sich von den Blättern der Maulbeerbäume und die Kinder wurden geschickt, um Blätter zu sammeln für die Tierchen. Die Seidenspinner gehören übrigens zu den Echten Spinnern.

mare d’inverno, in cerca di vongole e cannelli