Seaside Sound Map

Arbeitsnotizen

Greta Thunberg: I don’t want your hope. I want you to panic! (Im Film «Das Forum» von Marcus Vetter (2019). Ein Film über die Mächtigen der Weltpolitik am WEF in Davos.)

Der Meeresspiegel steigt an. Landkarten werden neu gezeichnet. Die Bedingungen der Menschen am Meer verändern sich. Wie hoch kann das Wasser steigen? 2015 las ich einen Artikel über Tuvalu, wo die Bevölkerung fünf Meter über Meer lebt. Der Inselstaat hat für seine Bewohnerinnen und Bewohner vorsorglich in Australien und Neuseeland um Asyl angefragt. Australien und Neuseeland haben vorsorglich abgelehnt.

Der Meeressaum ist nicht nur Lebensraum. Er ist auch ein Übergang. Er ist von Bedeutung – sowohl für das Klima als auch für die Fische (die wir einst waren); und also für das Atmen und das Kiemen. Je nachdem woher man kommt oder wohin man geht. Die Fische brauchen mehr Raum, jetzt wo all der Plastik auch noch da schwimmt… Ob wir dann, wenn wir uns in Fische zurückentwickelt haben, einander gegenseitig auffressen? Also in diesem Sinne, dass die größeren Fische die kleineren fressen? Wir werden dann sehen. Wird uns der Plastik den Zugang zum Meer verbauen? Wir werden dann sehen.

Seaside Soundmap ist eine dichte Ton-Collage, zusammengestellt aus Schönheiten und auch lauten Tönen, die Menschen nahe dem Meer tun oder bauen oder hören. Seaside Soundmap ist gleichzeitig ein Denkraum, um über Veränderungen an den Übergängen nachzudenken. Und schließlich will Seaside Soundmap ein Ruf sein, gerichtet an jene, die die Tatsache, dass der Meeresspiegel ansteigt, leugnen und an jene, die bei vollem Bewusstsein immer gleich weitermachen.

In dem Hörstück Seaside Soundmap collagiere ich Momentaufnahmen von Orten nahe einem Meeresufer. Ich hatte verschiedene Kollaborateure und Kollaborateurinnen. Sie haben mir ihre Aufnahmen geschickt, die sie für meine Absicht mit ihren Handys gemacht haben. Ich habe sie meinen Aufnahmen hinzugefügt. Entstanden ist eine 17 Minuten dauernde Arbeit.

Orte:
Istanbul
Lipari Italia
Marseille France
Neuseeland Westküste
Nizza France
Zadar Kroatien
Senigallia Italia
Raja Ampat Archipel Indonesien
Seychellen
Valencia Spanien
Ponte Sasso Italia
Barcelona Spanien
Salento Italia
Dahab Ägypten
Fano Italia

Mitwirkende:
Franziska Weber
Michael Berger
Zoran Zekanovic
Beat Roth
Erich de Boni
Cornelia Faist
Sibylle Ciarloni

 

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Weiterführende Plattformen, Filme und Artikel:

So viel zu Venedig und über das MO.S.E-Projekt.

Städte am Meer wie z.B. Miami handeln unabhängig vom Staat, weil sie pragmatisch sein müssen – während (nicht nur) jenes Wesen in Washington die Klimaerwärmung leugnet und sich dafür auch noch loben lässt.

Stewart Brand – about langfristig denken. Vom Macher des Whole Earth Catalogue lernen.

Leonardo di Caprio – führt im Dokumentarfilm „Before the Flood“ Gespräche und ermahnt die Politik.

Immer wieder Greenpeace! und Jennifer Morgan.

Inspirations
Beasts of the Southern Wild – Film von Benh Zeitlin.
mare – Zeitschrift der Meere: erscheint in Hamburg
Klimakapseln. Ausstellung und Buch – Friedrich von Borries
Giacomo Costa, Chronicles of Time und andere Arbeiten www.giacomocosta.com
Fast nichts Nr. 1, Tagesanbruch an der Küste – 1967 21 Min. Hörstück – Luc Ferrari

 

2017 wurde Seaside Sound Map erstmals als digital side event zur Art Basel eine Woche lang veröffentlicht. Bei den beiden Performances mit «Weltatlas. Ein verlorener Gedanke.» in der Roten Fabrik Zürich, war die Seaside Sound Map als Empfangshörraum im Einsatz. Bei der Performance «Alles in Ordnung» mit Installationen im Haus zur Glocke in Steckborn am Bodensee war die Seaside Sound Map eines der Klangobjekte im Raum.