«Alles in Ordnung»

Bericht

Lesung & Ton Tour 2019 von Sibylle Ciarloni und Rahel Kraft. Mix aus Performance und szenischer Lesung. Die beiden Künstlerinnen wirkten bei vollem Bewusstsein über das Komplexe beim Abschweifen. 

Am 16. März 2019 Premiere mit Installationen im Haus zur Glocke in Steckborn bei Judit Villiger.
Bettina Schnerr von Thurgaukultur.ch hat ausführlich berichtet. Lesen Sie «Eine Welt versinkt im Chaos».

Am 23. März traten sie im NAIRS Zentrum für Gegenwartskunst bei Scuol auf. Am 27. März füllten sie das Fabriktheater der Roten Fabrik in Zürich zwar nicht ganz. Dafür klang der Ton ausgezeichnet und das Licht fiel schön. Am 3. April gingen sie in Bern durch das vorletzte Schneegestöber nach Kairo und sie waren nicht ganz allein. Das Publikum klatschte warm. Am 25. April 2019 haben sie im Neubad, Luzern gelesen und getönt. Für den Abend des 26. April 2019 lud sie das Bagno Popolare an den Thermalwasserbassindrand im Schweizerhof Baden ein. Manche ließen sich im Wasser hin und her treiben, einer gurgelte mit. Und am Abend des 7. Mai 2019 tappten sie barfüßig auf der Bühne der Brotfabrik in Berlin. 

«Kraft und Ciarloni – experimental ineinandergreifend, chaotisch schön, durchdacht interdisziplinär, sentimental auch, lustig auch.» Fay Arnold von Kola Azur.

SPOT:
https://vimeo.com/320761086

CONTENT:

«Alles in Ordnung»: Es geht um ein Haus wie ein Labyrinth, in welchem sich ein Mädchen verläuft, um nach der Tante zu suchen. In den Räumen und auf den Gängen wimmelt es von Gestalten, Essen wird gekocht, Menschen kommen zusammen, ein Aquarium bricht, Welse schwimmen in den Speisesaal. – In der zweiten Geschichte «Evelyn oder Tod eines Törtchens am Thermalwasserbassinrand» geht es um den Verfall eines Hotels, wo Schmauchpilze wüten und eigentlich schon lange keine Gäste mehr leben dürften. Mittels Wort und Gesang, analog wie digital erzeugtem Ton sowie einem gefilmtem Manual erzählen die beiden Künstlerinnen in zwei Texten Fiction und schließlich fordern sie ein Gedankenexperiment indem sie das Publikum im dritten Teil anweisen «wie man sich selbst als Fisch zeichnet».

Durch Wort, Bild, Ton und den Einsatz ihrer Körper kreierten Ciarloni (Lesestimme und Dreh-Instrumente) und Kraft (Stimme und Tondichtung) Dissonanzen und synchrone Momente im Denkraum des Publikums.

BACKGROUND:

Kennengelernt haben sich die beiden Künstlerinnen beim Einsteigen in einen Hotelkomplex im Rauschen des Inns am Übergang zum Gemeinschaftskühlschrank im Zentrum für Gegenwartskunst NAIRS im Engadin. Eine Zigarette, zwei Zigaretten weiter beschlossen die beiden im harten Bündner Winter bei ungefähr 1 Meter 20 Schnee die Zusammenarbeit.