Daumen hoch! Sachen aus dem Backoffice des Mannes mit der toten Katze auf dem Kopf. - EIN MONOLOG

Ich bin Ghostwriter. Sein Ghostwriter. Gestern Abend hat er endlich damit angefangen, die Rede auswendig zu lernen, die er morgen den Veteranen vortragen will. Ich hatte sie ihm schon vor zwei Tagen abgeliefert. Selbstverständlich habe ich mein Bestes gegeben, kraftvolle Sprache, klare Linien, bisschen pöbeln sei auch okay, ein paar Versprechen einfließen lassen und vor allem Prophezeiungen, die die derzeitigen Ängste der Masse pflegen. Nicht jeder Kunde bezahlt so gut, dachte ich und nahm den Auftrag an. Weiterlesen …

Die manifesta macht Zürich derzeit noch arbeitsamer als die Stadt schon ist. Wie wird man zu jener/jenem, die/der man ist? - EIN BERICHT über einen Astronauten.

Was ist Beruf, was Berufung? Was ist Kunst wert und was Arbeit? Die Performance zählt! Und im Cabaret Voltaire werden bekannte und unbekannte Künstler durch ihre Auftritte als Performer in der Zunft der Künstler aufgenommen – einem Vereinsmodell für sich in ihrem Dasein bekräftigende Berufsgattungen aus der Zeit der Stadtgründungen. Doch wie wird man tatsächlich zu jenem, der man ist, jener, die man ist?Weiterlesen …

Ein Mann steht im Meer, sich annetzend. Im Hintergrund fährt ein Schiff vorbei. Später schwimmt ein zweiter Mann ins Bild. Poi non si sa... cosa succede, se uno affoga e l'altro no, oppure se nuotano e poi dormono nel sole di una domenica qualsiasi in spiaggia. Che noia. Ma se ci pensi... sarebbe bello. - UN OSSERVAZIONE

 

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Per oggi è tutto. Arrivederci.

 

Beim Nippen und Warten sah ich manches neu oder schon wieder. Eine mittelmäßige Erfahrung mit entsprechender Wirkung. - EIN BERICHT

Manchmal kann auch ich unheimlich müde werden. Auch wenn ich mich darum bemühe, immer frisch auszusehen. Heute habe ich bis um acht Uhr geschlafen. Das Spektakel, bei dem ich gestern gewesen wäre, hat mich ermüdet.
Als ich pünktlich am frühen Abend in der Galerie mit Kontemporärem ankam, standen einige Menschen herum. Den Künstler, der bald lesen sollte, entdeckte ich abseits in einer Ecke am Reden über das Nichts mit einer Frau, die vom Walliserischen in perfektes Hochdeutsch wechselte, immer wieder hin und her und die Vokale vertauschend zunächst, um sie kurz darauf wieder blitzschnell korrekt zwischen die Konsonanten einzuordnen. Weiterlesen …

Manchmal erzählt mir jemand etwas, woran ich mich erst in jenem Augenblick wieder erinnere, dabei war es verdammt schön und wichtig. - EIN GEDANKENGANG

Erinnerungen sind persönlich, manche sogar geheim. Sie sind an Worte und Orte gebunden, aber auch an Düfte oder Melodien. Über die Erinnerung an einen Mensch und wie er wirklich war, kann immer gestritten werden. Und es gibt Lieder, in denen zwischen den Tönen meine ganze kleine Erdkugel hängt. Es gibt Düfte, von welchen ich kaum genug bekomme und jene, die ich lieber nicht mehr riechen will. Schliesslich gibt es Orte, die, wenn sie wieder besucht werden, Weiterlesen …

Über meinen Besuch in einem Walbauch, die Projektion von Vorstellungen, Künstlerscheiße und das Schöne daran. - EIN BERICHT

Wir stehen in einem Kreis. Ich neben anderen. Die anderen sind eine Gruppe. Ich bin da hineingeraten, weil ich schon da stand und in den Videofilm vertieft war, der auf den Boden projiziert wurde.
„Das ist die erste Videoarbeit der Künstlerin. Es zeigt sie vom Mund bis zum Anus, also das Einverleiben und Ausscheiden.“
Von was? frage ich nicht.
Es sei immer so, dass sie so arbeite. Sie arbeite mit dem Körper. Sie arbeite mit ihrem eigenen Körper und den Körpersäften und dem Einverleiben und dem Ausscheiden und das sei ihr wichtig. Das Körperliche.
Aha.
Die Fachfrau hatte ihre Sprache der Gruppe angepasst. Hinter mir fragt ein Mann einen anderen, wie viel Zeit man für die Produktion eines solchen Videos brauche. Der andere murrt. Die Gruppe geht weiter. Ich bleibe zurück, schaue noch einmal genauer hin, auf die nackte Weiterlesen …

Es ist letztlich nicht klar, ob wir uns alles nur einbilden, oder ob nur ich es bin, die sich all das einbildet. - EINE KURZE GESCHICHTE

Herbert hält mir wortlos die Tür auf. Ich lächle. Er wirft den Kopf in den Nacken. Ich ziehe meinen Rollkoffer über die Schwelle, während er durch den dunklen Korridor zum Fahrstuhl eilt und auf den rot leuchtenden Knopf drückt. Schon schieben sich die Metallflügel auseinander. Ich bleibe vor dem hellen Fahrstuhlraum stehen. Er öffnet seine linke Hand und schiebt mich mit seinem rechten Arm schon mal virtuell in den Fahrstuhl. Ich verstehe und schiebe mich dann selber durch die schon schließenden Türflügel. Dratsch. Noch einmal gehen sie auf. Wir sind drin. Ich mit ihm alleine.Weiterlesen …

Ich kannte ihn kaum, bis mir vor ein paar Jahren ein Mann von seinen Bildern erzählte. - EIN BERICHT von einem Kinobesuch.

Spanien. Revolutionen und Kriege in Europa. Ein Mann hatte mir von seinen Bildern erzählt. Vom Fleisch, der nackten Haut, der Lust. Er tat es mit einem dunklen Schatten hinter der Stirnwand, vor weißen, im Sommerwind wehenden Gardinen, einem Leuchten in seinen bleichen Augen und einem Lachen, das bis zu seinen haarigen Ohren reichte. Goya!
So ging ich also letzten Mittwoch hier an der Riviera Adriatica ins Kino Politeama und stellte mich in die italienische Reihe hinter der Kasse. Es war halb sieben. Der Film begann um halb sieben. Weiterlesen …