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In diesen Tagen erscheint mein Band mit 22 Erzählungen von Nahsein bis Wegrennen, mit Vor- und Nachwort, mit meiner zukunftsweisenden Transformationsübung, einer Widmung sowie tiefergreifenden Worterklärungen wie z.B. für Bülderlinge oder Schmauchpilze.
Erste Stimmen.
Lesung&Ton am 20.9.2018 um 20.30 Uhr mit Rahel Kraft im Trudelkeller Baden.
Im Buchhandel und in diesem Shop.

Ich war Durty
Es ist immer jemand da
Die Lesung
Alles in Ordnung
Anton Ross und Biene Marylin
Männer spielen Gitarre
Die Assistentin
Evelyn oder Tod eines Törtchens
Bernstein und Valencia
Wie man sich selbst als Fisch zeichnet
Das Mädchen
Brennende Erde

Zweiundzwanzig Erzählungen von Nahsein bis Wegrennen erscheinen im September unter dem Titel «Bernstein und Valencia» im Knapp Verlag. Inklusive Transformationsübung und Anhang über Wörter wie Schmauchpilze und Bülderlinge.

Unzulänglichkeiten sind all die Zustände und Tätigkeiten, die schwierig werden, wenn man sich zurückhält, weil man ahnt, weiß oder Angst hat davor, bestimmten Anforderungen nicht zu genügen. Über eigene Unzulänglichkeiten zu schreiben, ist keine einfache Aufgabe, sie ist sogar eine nahezu blöde Tätigkeit, geht es doch darum, einen Mangel, eine fehlende Schraube, eine falsch angelegte Fähigkeit im Charakter – oder sagen wir in der Psyche – zu beschreiben. Und dies obschon es bekanntlich kein Falsch und kein Richtig mehr gibt. Es ist was es ist. Wertfreie Beschreibungen sind in. Introspektion ist out, da weder sexy noch gefragt. Deshalb vielleicht tue ich es trotzdem und entdecke dabei einmal mehr, dass ich mich in Zusammenhängen sehen muss. Es ist meine Prägung, rufe ich, nein, ruft meine Schwester, wir sind nur im Jetzt*, das was war zählt nicht! Doch, rufe ich, auch das was war zählt! So streiten wir ein bisschen, mehr nicht.

 

Bleiben wir bei den Unzulänglichkeiten. Wenn ich also ehrlich sein soll und ich meine, das soll ich, so muss ich zugeben, dass auch ich gerne leicht im Jetzt herumfliegen würde und sorglos Spass, unendlichen Spass sogar, haben möchte. So plante ich also vor einigen Jahren das Ablegen aller förigen** Schweren in einem Endlager für restliche Gedanken, nichtsnutze Ängste, alte Muster und so Sachen, die unnötig unter der Haut und in den Erinnerungen schwelen und als wiederholt implodierende Schmauchpilze mal aufbegehren und schnaufen, dann wieder brav + still sind. Jedenfalls hatte ich zusammen mit einem Freund ein ernst gemeintes Projekt mit www domain usw., also Endlager punkt ch oder so was mit .org oder .net, vorgesehen. Wir hatten Stunden darüber gesprochen, waren enthusiastisch und auch überzeugt davon, dass das eine zeitgemäße Dienstleistung sein wird, um eben auch Unzulänglichkeiten zu entsorgen.

 

Aber dann reflektierten wir.

 

Nicht immer ist die Unzulänglichkeit tatsächlich eine Unzulänglichkeit. In Wirklichkeit ist eine Unzulänglichkeit nur gerade dann eine solche, wenn die Zweifeltante mit ihrer alten Tasche aus dem Brockenhaus am Arm daherkommt. Sie kann einen immer dazu bringen, es so zu sehen wie sie will.
Ganz anders tun es oft richtige Menschen. Sie glauben an einen. Menschen, die an einen glauben, sind wichtig im Leben, manchmal wichtiger als man selbst, doch ohne man selbst geht es ja auch nicht, das Leben. Das eine bedingt das andere… Eine Redakteurin sagte letzthin zu mir: Du kannst alles, du machst alles*! Ich schüttelte heftig den Kopf, denn ich schaffe ja nur einen gefühlten Viertel von dem, was ich überhaupt machen will und etwa die Hälfte von dem, was ich mir zutraue. Davon geht noch einmal ein Achtel beim Zweifeln drauf und ein weiterer Achtel geht in Träumen unter. Also alles ist das noch lange nicht, jedenfalls nicht was ich zu tun wünsche. Und von Können zu reden, ist mir aus verschiedenen Gründen zu aufwändig. Ich tue, was ich kann. Das ist subjektiv und bleibt subjektiv.

 

Endlich aber jetzt zu einem Beispiel kommend, das dieser Beitrag herausschälen will: Eine meiner Unzulänglichkeiten ist, dass ich nicht so wahnsinnig gerne, sondern nur ein bisschen, im Mittelpunkt eines Geschehens stehe. Doch in diesen Tagen erscheint ein weiteres Buch („Bernstein und Valencia“). Ich werde also zeitweise in einem Mittelpunkt stehen. Vielleicht fragt jemand von der Presse nach einem Rezensionsexemplar; das wäre ein Glück, sagen die einen.
Bald sind Vernissagen und eine Lesung&Ton in Baden, um der Stadt zu danken, die einen Beitrag an die Druckkosten gab. Dann folgt die Auslieferung an die Buchhandlungen. Ich plane eine Lesereise für den Winter 2018/2019. Vielleicht beginnt die Presse über mein neues Buch zu schreiben und es zu zerreißen oder zu loben. Ich werde gemeint sein, denn es sind meine Erzählungen, meine Stories.
Vielleicht werde ich eingeladen werden und dann nach dem Lesen noch etwas sagen müssen. Ich werde mich kurz halten wollen, weil ich das so gelernt habe. Vielleicht werde ich mich verhaspeln, vielleicht aber nicht. Ich werde etwas über die Entstehung verraten und ob eine Geschichte aus welchen Gründen wichtig für mich ist.
Vielleicht passiert aber auch gar nichts. Dann werde ich mich wundern, wozu ich all das tue, wenn es doch noch andere Dinge zu tun gibt auf der Welt, die wichtiger wären.

 

Zum Buch: Es wird ein Band sein mit 22 kurzen und längeren Erzählungen auf rund 160 Seiten und es geht immer um das Spiel zwischen Nähe und Distanz. Bei Menschen, fragt jetzt jemand mit Fragezeichen. Ja, bei Menschen. Einmal ist es sogar ein Tier und ein Mensch. Einmal ist es ein Törtchen und ein Mensch. Einmal ist es ein Junge und seine Mutter. Einer ist schon alt und sein Traum von einer Begegnung mit einem Ich ist auch in diesem Buch. Ein Mädchen haut ab mit einer Frau und zwei Frauen verdrehen einander oder einem gitarrenspielenden Vampir den Kopf. Ein Ich geht in einem Haus von Raum zu Raum und trifft auf die Frau mit zwei Hunden, den damaligen Superintendant der iranischen Meeresflotte und schließlich bricht ein Aquarium im obersten Stock und Welse gelangen in den Speisesaal. Sonst aber ist alles in Ordnung.

 

Es wird nun Zeit, dass „Bernstein und Valencia“ erscheint, dann sehe ich, wie es hinter meinen Grenzen, die ich nun überschreite, zu und hergeht. Bevor ein Buch gedruckt ist und auf den Markt kommt, ist es noch ganz meines, danach wird es ein anderes. Die Informationen über das Buch werden in diesen Tagen gestreut und ich probiere nun etwas aus, was ich vor kurzem noch nicht gewagt hätte: Ich schreibe einen Gedanken auf, der schon durchgestrichen ist. Es handelt sich um eine Bitte: Ich bitte Menschen, die im deutschsprachigen Raum jemanden kennen, dem mein Verlag oder ich das Buch schicken könnten, sich zu melden mit Name und Adresse und vielleicht auch sexuellen Vorlieben… So etwas hätte ich nie geschrieben, doch schon steht es nun hier. Und „was einmal gedacht wurde, kann nicht zurückgenommen werden“ (Friedrich Dürrenmatt).

 

*
Was das Jetzt und das Alles sei, wären noch einmal zwei andere philosophische Diskussionen. Zum Jetzt eine Idee von Paul Takács: „Erinnerungen und Gedanken vernetzen das Jetzt mit dem Vorherigen und dem Kommenden.“

 

**
förig ist gleichbedeutend mit „übrig“. Da schon so viele Worte mit ü und u und un da standen, wählte ich ein träfes*** Wort aus meinem Dialekt. Auch weil es so schön klingt, wenn man es mit starkem f, langem ö und einem harten g am Schluss ausspricht. Das i darf übrigens leicht gehickst werden.

***

träf ist gleichbedeutend mit treffend.

 

P.S.

Mein Freund und ich haben es übrigens nicht weit gebracht mit dem endlager punkt ch oder org oder net oder so, denn wer will schon so weit denken, dass sie/er zunächst einmal Introspektion betreiben muss. Dazu noch das Punktesystem, das wir zu entwickeln hatten. Also je mehr man endgelagert hätte, desto mehr Punkte hätte man sammeln können. Wir fragten uns: Was wäre der einzulösende Gewinn? Eine Pfanne hat jede und jeder schon, Geschirr auch, Plastikbehälter und Schöpfkellen auch. Die letzte Idee war ein Tropfsystem für die Zimmerpflanze während der Ferienabwesenheit…. aber wer hat noch Zimmerpflanzen?

 

Zu den Schmauchpilzen noch diese Aufklärung:

Wer Schmauchpilze kennt, weiß was gemeint ist. Allen anderen sei hier gesagt, dass es die Wortkombination nicht gibt, doch in meinem Buch kommt sie trotzdem vor. Schmauchpilze sind ein Phänomen. Sie wachsen da, wo Dinge alleingelassen werden und modern. Sie atmen laut und stoßen dabei Rauch aus.

Man muss das Absurde suchen, sonst ist das Leben auf unheimliche Weise geordnet.

 

Wer googeln will und online kaufen:

Sibylle Ciarloni

Bernstein und Valencia

Stories

Knapp Verlag

ISBN 978-3-906311-44-9

Ab 18. September im Buchhandel.

Wie es dazu kam, dass ich mich in den Ablasshändler Samson hineinversetzte und warum ich mich für die Reformation der Kirche im Besonderen und für die Reformation von Glaubenssätzen im Allgemeinen interessiere. Ich schaue von heute aus auf die Zeiten - meine Zeit jetzt und die Zeit um 1519.

Das knisternde Züngeln der Feuerzungen, die vom Himmel auf Köpfe hinab ragen und diesen womöglich einen guten Teil des Haupthaars versengen, so dass ihnen wie Franziskanermönchen vielleicht nur ein Kranz bleibt, war meine erste tief-religiöse Erfahrung. Jedenfalls legte ich sie im Nachhinein in dieses Fach, denn von diesem Züngeln erfuhr ich an einem sonst unbedeutenden Tag im Religionsunterricht.
Kein Kreuz im Haus – außer später dasjenige aus Ton von der ersten Kommunion – und auch nicht das Beten am Tisch, gehörten bis dahin zu meinem Leben. Es war die Erzählung vom heiligen Geist, der an Pfingsten den Menschen brennend über den Köpfen züngelte. Was es damit auf sich hatte, konnten weder meine Eltern noch ich mir erklären, d.h. weder ich, noch meine Eltern, zu denen ich in der Nacht nach diesem Tag ins Bett schlüpfen wollte, doch dafür sei ich nun doch schon zu alt, meinten sie. Die Alpträume kamen gleich nach dem Lichtlöschen, dann, Weiterlesen …

Ein paar Gedanken zu einem Beitrag in einem besonderen Buch, auf den Spuren der vielen Möglichkeiten von Leben, Erleben, Erinnern und Vergessen.

Zum ersten Mal bewusst wurde mir die Schwierigkeit im Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, in zwei fast zeitgleichen Geschehnissen. Eine Bekannte behauptete, ich hätte ihr ein Bild gestohlen. Ein Traum, in dem sie Dinge kombinierte, die nicht so geschehen waren, ist für sie Wahrheit geworden und nichts konnte sie von etwas anderem überzeugen. Auch ihr Bruder, der kleine Mann, der schon Jahre zuvor gestorben war, tauchte bei ihr auf und lebte.
Dann las ich in der Zeitung von einem Mann, der verschwunden war und dessen Partnerin ihn überall suchte, da er nicht wisse, wohin er gehörte. Ich erinnere mich an meinen Gedanken, dass er vielleicht nicht mehr wissen wollte, wohin er gehörte.
Das war kein Gedanke, der auf Wissen basierte, es war eine Interpretation und ich schob Weiterlesen …

Dem Ufer entlang, strandauf strandab, am Übergang zwischen Atmen und Eintauchen, gehen Männer eher alleine. Zu diesem Phänomen ist ein Buch von mir erschienen. Mit Bildern und einem Essay von mir. Mit Gedichten von Andrea Angelucci.

Dem Phänomen habe ich über mehrere Jahre fotografisch nachgespürt. Bilder entstanden. Morgens, mittags und abends. Vom Strandtuch aus fotografierte ich das Vorkommnis. Die Beziehung von Mann und Ort ist im Buch nicht sichtbar. Die Strandläufer denken nach, lachen vielleicht oder fragen sich leise – und womöglich auch das Meer – nach einem Weg nach Anderswo, einer Abkürzung zurück zum Strandtuch. Manche sprechen, still die Lippen bewegend, einen Disput nach, denken sich, was sie mit mehr Mut, mit mehr Wachheit hätten einwerfen können oder sollen. Ich weiß es nicht, ich habe sie nicht gefragt. Im Buch bekommen sie Raum und Ruhe, wovon sie vielleicht nicht einmal geträumt haben. Seite um Seite gehen sie an des Lesenden Horizont dem Ufer entlang, stundenlang. Mehr geschieht nicht.

Der Betrachtung halten rund 100 Männer stand. Strandläufer, lungomare ist meinem Vater gewidmet, der einer von ihnen hätte sein können. Das Buch entstand an der Riviera Adriatica, zwischen Rimini und Ancona.

Bilder und Aufsatz von Sibylle Ciarloni (Deutsch-Italienisch). Gedichte (Italienisch-Deutsch) von Andrea Angelucci, Schriftsteller in Fano.

Wo kaufen? (Diese Liste wird laufend updated.)
In Buchhandlungen und Concept Stores:
Aarau
Kaufhaus zum Glück Metzgergasse
Baden
Librium Theaterplatz
Basel
Müller Palermo Riehentorstr. 14
Zürich
Never Stop Reading an der Spiegelgasse (Bild)
Material an der Klingenstraße
Mille et deux Feuilles an der Glasmalergasse
Uster
Buchhandlung Doppelpunkt an der Zentralstraße
Bern
Buchhandlung Münstergass


Das erste Buch meiner Serie Acapulpo – Edition für Subjekt und Phänomen: Strandläufer, lungomare.
Es kann auch in meinem Shop online bestellt werden. Lieferung innerhalb von 3-8 Tagen CH/EUROPA.

Vielen Dank an alle Beteiligten! It’s been great to work with you!
Strandläufer, lungomare ist im Amsel Verlag Zürich bei Milenko Lazic erschienen.
Gestaltung: Corinne Zora Schiess in Baden.
Druck: Newpress in Smederevo bei Belgrad.

Das nächste Buch der Serie Acapulpo erscheint 2019.

Hinweise für eine ungewisse Migration. Ein neues Buch von Baltensperger + Siepert.

Ich erzähle hier zuerst nichts Neues, dazu komme ich dann weiter unten: Gebrauchsanweisungen haben etwas Rechthaberisches. Richtige Hinweise stehen der Reihe nach in einer Broschüre, in einem Leporello, einem straßenplanmäßig gefalzten Prospekt. Bei letzterem ist das Papier meist sperrig, den Bogen zurück in seine Falzen zu legen, geht kaum je ohne Gegenfalz oder die plättende Hand. In der Broschur ist das einfacher. Seite um Seite. Sprache um Sprache. Markt um Markt.

Der Markt ist ein Wesen geworden. Er hat die Hand, die unsichtbare Hand. Er tut das Richtige. Wir werden schon sehen, glauben wir hier. Wir sollten nichts regulieren, so wenig wie möglich auf jeden Fall, meinen die einen. Freiheit, glauben die anderen. Frei ist der Markt so lange, wie es einem System ins System passt und Weiterlesen …

U.a. dank Google können einfache Texte übersetzt werden. U.a. dank Google verstehen wir sie aber nicht immer. Und manchmal findet das eine Wort keinesgleichen in einer anderen Sprache. – Bericht einer Übersetzung von zehn Gedichten ohne Titel.

Es ist immer Gewalt, nein, sie sagte eine Gewalt, una violenza, die man den Worten antut, wenn man sie übersetzt, sagte die Kunstkritikerin. Ja, sagte ich, dem ist vielleicht so. Meinem Zweifel hätte ich besser mit mehr Vehemenz Ausdruck verliehen, doch ich blieb versöhnlich und sagte harmonisierend: Wer des Italienischen nicht mächtig ist und dennoch offen für die Bilder und die Gedankengänge, die der Schriftsteller mit seinen Poesien durchwandert, der ist verloren ohne Übersetzung. Aber nein, sagte sie, der bekommt sie einfach nicht!

Stille.

Ich möchte aber – insistiere ich wenig später – auch jenen, die sich interessieren, diese zehn Gedichte zugänglich machen, ich versuche mich zu nähern, die Gedankengänge in den Wortblöcken zu verstehen. Ich versuche, die Dinge dann so zu beschreiben, wie ich sie mit meinem Wortschatz beschreiben kann, ohne dass etwas wegfällt oder auffällt, was nicht auffallen muss, wenn es eins zu eins, Wort für Wort nicht funktioniert!
Aber nein, ruft sie, Weiterlesen …

HINWEIS Als Side Event zur Art in Basel, zeige ich während fünf Tagen und Nächten ein Hörstück auf Soundcloud. Danach reist es an Festivals und zu einer Ausstellung. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es wieder auf Soundcloud hörbar sein.

Der Meeressaum ist ein Übergang. Er ist von Bedeutung – sowohl für die Literatur wie auch für die Fische, die wir einst waren; für das Atmen und das Nichtmehratmen oder schlicht unseren Sommerurlaub, diese Tage des Nichtstuns am Übergang zum Schoß der Menschheit oder in die sauerstoffliche Welt. Je nachdem woher man kommt oder wohin man geht.
Der Meeresspiegel steigt, die Landkarten verändern sich. 2015 las man zum Beispiel von Tuvalu, wo die Bevölkerung fünf Meter über Meer lebt. Der Inselstaat habe vorsorglich in Australien und Neuseeland um Asyl gebeten. Australien und Neuseeland haben vorsorglich abgelehnt. Für die Menschen am Meer bedeutet der Anstieg Landverlust, für die Urlauber Strandverlust.

In dem Hörstück Seaside Soundmap collagiere ich Momentaufnahmen von Orten nahe einem Meeresufer. Für die Arbeit hatte ich verschiedene Kollaborateure und Kollaborateurinnen. Sie haben mir ihre Aufnahmen geschickt, die sie für meine Absicht mit ihren Handys gemacht haben. Ich habe sie meinen Aufnahmen hinzugefügt.

Seaside Soundmap ist eine dichte Ton-Collage, zusammengestellt aus Schönheiten und auch lauten Tönen, die Menschen nahe dem Meer tun oder bauen. Seaside Soundmap ist gleichzeitig ein Tonraum, um über Veränderungen an den Übergängen nachzudenken. Und schließlich kann Seaside Soundmap ein Ruf sein, gerichtet an jene, die die Tatsache leugnen und an jene, die bei vollem Bewusstsein immer gleich weitermachen.

UPDATE vom 20. Juni 2017: Seaside Soundmap war hier hörbar vom 14. bis zum 19.6.2017. Jetzt reist die Collage weiter an Festivals und zur Book Launch von Strandläufer, lungomare.

Orte:
Istanbul
Lipari Italia
Marseille France
Neuseeland Westküste
Nizza France
Zadar Kroatien
Senigallia Italia
Raja Ampat Archipel Indonesien
Seychellen
Valencia Spanien
Ponte Sasso Italia
Barcelona Spanien
Salento Italia
Dahab Ägypten
Fano Italia

Mitwirkende:
Franziska Weber
Michael Berger
Zoran Zekanovic
Beat Roth
Erich de Boni
Cornelia Faist
Sibylle Ciarloni

Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden!

Die Arbeit entstand zwischen 2014 und 2017, die ersten Aufnahmen habe ich im Mai 2006 in Istanbul gemacht. Damals hatte ich die Absicht noch nicht gehegt, aus solchen Aufnahmen, dem steigenden Meeresspiegel ein Stück zu widmen, das sich dank meinem schließlich als Community Projekt angelegten Collagieren bilden würde.

Weiterführende Plattformen, Filme und Artikel

So viel zu Venedig und über das MO.S.E-Projekt.

Städte am Meer wie z.B. Miami handeln unabhängig vom Staat, weil sie pragmatisch sein müssen – während der Mann in Washington die Klimaerwärmung leugnet und sich loben lässt.

Stewart Brand – about langfristig denken. Vom Macher des Whole Earth Catalogue lernen.

Leonardo di Caprio – führt im Dokumentarfilm „Before the Flood“ Gespräche und ermahnt die Politik.

Inspirationsquellen
Film „Beasts of the Southern Wild“ von Benh Zeitlin.
Zeitschrift der Meere – mare, erscheint in Hamburg
Klimakapseln Ausstellung und Buch – Friedrich von Borries
Fast nichts Nr. 1, Tagesanbruch an der Küste – 1967 21 Min. Hörstück – Luc Ferrari